Gesprächsgäste am Rendez‑vous 2021

Über Mittag gehen wir gemeinsam mit spannenden Gesprächsgästen Geschlechter-Stereotypen bei der Berufswahl (am Freitag) sowie blinden Flecken in der Forschung (am Samstag) auf die Spur. Moderiert werden die Gespräche von Olivia Kühni und Elia Blülle vom Onlinemagazin Republik.

Täglich von 12:00 –13:00 Uhr:
30 Minuten Podium, 15 Minuten Diskussion, 15 Minuten freies Weiterdiskutieren

Klicke auf die Bilder, um mehr über die Personen zu erfahren.

Freitag 27. August

«Aber das ist doch ein typischer Männerberuf! Oder?»

 

Kleine Kinder betreuen, eine Heizung reparieren, ein Unternehmen leiten: Welche Tätigkeiten ordnest du spontan eher einem Mann, welche eher einer Frau zu? Immer noch gelten gewisse Berufe als typisch männlich oder weiblich. Diese Vorstellung prägt nicht nur die Berufswahl, sondern auch unser Zusammenleben. Wir diskutieren, weshalb sich berufliche Stereotypen so hartnäckig halten, welche Lebensbereiche davon geprägt werden und wie es sich anfühlt, einen geschlechtsuntypischen Beruf auszuüben.  

Ich lebe bei Bern und arbeite seit acht Jahren als selbständige Möbelschreinerin – alleine unter Männern. Das heisst immer wieder Konfrontation mit sexistischen und heteronormativen Verhaltensweisen und Ausdrucksformen: «Komm, ich trag das für dich»; Pimmelzeichnungen überall; Ignoranz gegenüber queeren und alternativen Lebensweisen; «Wo ist der Chef?». Im Kleinen suche ich mir meine Nischen. Doch für eine wirksame Veränderung braucht es Gemeinschaftsbetriebe von Verbündeten.

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Zusammen mit meiner Freundin und unseren zwei kleinen Jungs lebe ich in Basel. Dieser Ort ist seit dreizehn Jahren mein Lebensmittelpunkt. Als Lehrperson versuche ich die Kinder auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

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Ich bin Co-Leiterin eines Forschungsschwerpunktes an der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung. Dabei beschäftige ich mich unter anderem mit der Ausbildungs- und Berufswahl, und ich erforsche, wie sich diese auf den Berufsverlauf auswirkt.

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Olivia Kühni hat Internationale Beziehungen und Journalismus studiert und ist Journalistin bei der Republik.

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Samstag 28. August

«Den blinden Flecken in der Forschung auf der Spur»

 

Wieso wissen wir mehr über Penisse als über Vulven? Gewisse Forschungsfragen erhalten besonders viel Aufmerksamkeit, während andere ein Nischendasein fristen. Welche Themen wann und wie beforscht werden, hängt nicht einfach von der Neugierde der Forschenden ab, sondern auch vom Kontext: Welches Jahr schreiben wir? Wo auf der Welt befinden wir uns? Wer forscht überhaupt? Und welche Themen sind gerade en vogue? Wie behalten Forschende den Überblick und wie gelingt eine wissenschaftlich solide Studie? Komm mit uns auf Spurensuche!

Ich mache gerade ein Masterstudium in Deutsch und Geschichte an der Universität Bern. Mit meinem Engagment, unter anderem in der Vermittlung beim Frauenstadtrundgang Zürich, möchte ich die Geschichte von Frauen sichtbarer und fassbarer machen.

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Warum wird heute häufig noch von Frauen als dem "schwachen" und Männern als dem "starken" Geschlecht geredet? Und wurde die Form der Klitoris wirklich erst in den 1990ern ganz entdeckt? Medizin und Gesellschaft sind stark miteinander verbunden, was ich beforsche.

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Ich bin seit 2017 Gleichstellungsbeauftragte beim Schweizerischen Nationalfonds. In dieser Funktion bin ich verantwortlich für Massnahmen und Strategien für mehr Gleichstellung in der Forschung. Ich habe in Geschichte promoviert und befasse mich in meiner historischen Forschung mit der Frauenbewegung und der Frauenarbeit im 20. Jahrhundert.

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Elia Blülle hat Philosophie und Politikwissenschaften studiert und ist Journalist bei der Republik.

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